Pick-FAQs
Was hier steht, gilt natürlich auch sinngemäß für Sammler- und für
Custom-Picks.
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Meine Picks werden immer so schmierig und schlüpfrig! Was ist das?
Das ist Schweiß und Dreck. Die machen das Pick unspielbar! Einfach die Picks
mit Seife waschen und gut ist's wieder. Übrigens, auch Hände waschen vor dem
Spielen hilft diesen Effekt abzumildern.
Auch sonst keine schlechte Sache. Denn bei manchen sind Saiten
und Gitarren genauso schmierig und schlüpfrig wie die erwähnten Picks. Und
da man die Schmiere mit den Finger berührt...
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Sind unsymmetrische Spitzen besser als symmetrische?
Nein, nur anders. Im Grunde geht es um das unsymmetrische Abspielen
der Seiten der Spitze. (Bei Rechtshändern links der Spitze und bei Linkshändern
rechts.) Manche Pickhersteller (z.B. Wegen und Dugain) schleifen das schon bei
der Produktion etwas an. Andere sagen, dass die Abwinkelung bei jedem Musiker
eine andere ist und verzichten deswegen auf das Vorschleifen. Wie denn auch sei,
mit etwas Kraft in der rechten Hand kommt die Abwinkelung recht schnell und ganz
von selber...
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Stimmt es, dass Zelluloid brennbar ist?
Zelluloid brennt wie Zunder! Es ist nicht nur brennbar; es explodiert sogar
manchmal. Also: Nie Zullu-Picks anzünden! (Django verlor damit seine halbe
Hand!) Nie in der prallen Sonne liegen lassen. Nie in ein Lagerfeuer
werfen. Nie Plektren in einen Aschenbecher legen. Zelluloid abbrennen kann
süchtig machen. Manche wurde früher so zu Pyromanen.
Was genau passiert, das weiss eigentlich niemand. Das Zeug schrumpft
auch manchmal wenn es zu alt wird. Oder zerfällt zu Staub wie eine
ausgetrocknete Leiche. Aber alles erst in Jahrzehnten! Kein Grund zur Sorge, nur
eben nicht anzünden.
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Ich brauche ein Pick das mehr Bässe bringt!
Picks sind keine Klangregler! Verschiedene Pick-Materialien und -Stärken
haben unterschiedlich klingende Anschläge. Jedoch wird Nachklang, also der
eigentliche Ton nicht oder nur sehr wenig beeinflusst.
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Sind breite, runde Spitzen besser als dünne?
Nein, nur anders. Runde, breite Spitze sorgen für schnelles,
flüssiges Spielen, haben aber wenig Brillanzen. Sie verändern sich kaum bei
der Benützung.
Dünne, schmale Spitze: Schnelles Spielen ist schwieriger (anstrengender),
jedoch sind viele Brillanzen im Ton. Die Spitze wird schnell abgespielt und
dadurch etwas runder.
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Ich kann nur mit einer Plektrum-Art spielen und die gibt es nicht mehr :-(
(Achtung, viel Text) Ich kann diesen Typ Plectrum von einem
Custom-Pick-Mann um 10 Euro das Stück auf's tausendstel genau koperen lassen
oder eine Fabrik überreden, Sonderanfertigung zu machen und das wären dann
10000 Stück oder so. Beides keine echten Alternativen...
Etwas Psychologie: Du hast Dich so auch diese Form, diese Stärke
eingeschossen, dass Du wahrscheinlich keinem noch so guten Pick
eine Chance gibst. Nicht dicker, nicht größer, nicht schwerer: Alles muss
genauso so sein wie Deine jetzige Form. Solange Du das glaubst, ist es auch
tatsächlich so.
Mein Dilemma: Eigendlich ist das Ding ja zum in den Krieg fahren gebaut.
Mein 90er Jeep hat 200.000 km drauf und säuft locker seine 17 Liter und frisst
jede Menge Öl. Und täglich ein anderes technisches Problem. Ich sollte mir einen
Smart oder so etwas besorgen, mich über die vielen Vorteile und Ersparnisse
freuen und die bullige Rostlaube vergessen! Aber ich bringe es nicht über's
Herz...
Du brauchst keine Custom-Picks um 10 Euro (so lange Du jeden Tag
eines verbrauchst/verlierst) und Du brauchst auch nicht gleich eine halbe
Pick-Fabrik. Das ist Deine einzige, logische Konsequenz.
Du solltest aber vielleicht so 15 Muster kommen lassen, die nicht genau
gleich sein werden, aber völlig ok; etwas ähnlich, günstig und haltbar. Picks
mit denen hunderttausend Gitarristen zurecht kommen!
Und dann einfach damit spielen, lange spielen. Übe am ersten Tag 3 bis 4
Stunden mehr als Du sonst spielst (und nicht viel weniger die nächsten Tage) und
sag Dir, dass die neuen Picks einfach besser für Dich sind. Und es werden sich
Deine absoluten Favoriten finden. Die Pick-Vergangenheit ist dann ein für alle
Male erledigt.
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Ich suche immer noch das perfekte Plektrum für mich! Welches soll ich nehmen?
Verschiedene. Manche Picks zeigen ihre Stärken bei Akkorden, andere bei
Einzeltönen. Genau so, wie manche für Akustische besonders gut sind und andere
wieder für die Elektrische. Und wieder andere für übersteuerte Sachen, usw, usw.
Deswegen gibt es auch nicht das perfekte Pick für alles, sondern nur das
perfekte Pick für eine ganz bestimmte Sache.
Und man ändert seine Spielweise, man wird erfahrener und besser. Und
plötzlich kommt man mit Plektren zurecht, die man vorher nicht mal richtig
halten konnte. Darum solltest Du die Suche nie aufgeben, denn man findet immer
wieder Neues und noch Besseres...
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Wieso gibt es so große Preisunterschiede bei Picks? Haben die teueren tatsächlich soviel mehr Wert?
Es gibt drei Gruppen: Den Schrott, (den wir gar nicht führen) und der im
"Fachgeschäft" so 30 Cent bis 1 Euro pro Pick kostet. Dann die normalen
Industrie-Picks in derselben Preislage. Und last, but not least, Vintage- und
Custom-Picks von 5 bis 30 Euro. Industrie-Picks sind ok für den tagtäglichen
Gebrauch. Vintage- und Custom-Picks gehen entweder in Sammlungen
oder kommen nur im Studio oder im stillen Kämmerlein zum Einsatz, oder wenn
jemand einen wirklich geringen Pick-Verbrauch hat.
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Wie lange halten eigentlich Picks aus XY bei mir?
XY ist recht haltbar, denn kurzlebige Materialien haben wir nicht im
Programm, aaaber:
Das mit der Haltbarkeit ist nicht so einfach pauschal zu beantworten. Es
gibt Picks, die bei einem Musiker fast ein Jahr halten und beim nächsten schon
in einer Woche total kaputt sind. Das hängt von Deinen Saiten, Deiner
Anschlagshärte, Deinem Spielwinkel, Deiner Eintauchtiefe und von Dutzende
weiteren Faktoren ab.
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Ich suche ein Plektrum mit sehr dünner Spitze. Das klingt so schön...
Es gibt verschiedene Picks mit Spitzen so dünn wie Nadeln. Der Haken ist nur:
Die Spitze wird nach einigen Minuten Benützung weg sein! Je nach
Spielweise bilden sich dann abgerundete Spitzen von 2 bis 3 mm Radius.
Das ist völlig normal und so sind auch die Spitzen der meisten Picks. Ultrafeine
Spitzen hören sich auf der Bettkante (und im Studio) gut an, haben sonst jedoch
keinen großen Nutzen.
Außerdem: Will man gehört werden, laut und rund spielen; bedarf es richtig
breiter, fetter, vollflächiger Picks.
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Was sind Vor- und Nachteile von breiten und schmalen Plektrum-Spitzen?
Die schmalen, dünnen Spitzen haben mehr Höhen! Aber zum einen nicht lange,
denn sie werden schnell stumpf. Zum anderen bremst eine schmale Spitze, denn sie
ist auch lang und dünn. Und mit den Eigenschaften kann man lang nicht so schnell
und flüssig spielen. Breite, stumpfere Spitzen gleiten besser über die Saiten
und der Widerstand beim Spielen ist geringer! Viele Musikernehmen die
Pick-Spitze mit feinem Schmirgelpapier etwas ab. Nur ein wenig, das reicht
schon, den Rest kann man den Saiten überlassen. Dann die Spitze mit etwas
Zahnpasta und einem Lappen wieder glätten. Das bringt das "schlüpfrige"
Spiel-Gefühl...
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Welche Dicken haben die amerikanischen Plektren-Stärken?
Thin = 047-0,58mm, Medium = 0,70-075mm, Heavy = 0,90-1,00mm, Extra-Heavy =
1,14-1,25mm, Super-Heavy = 1,40-1,50mm.
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Wieso verkauft ihr keine Picks von Fender oder Gibson oder Ibanez oder...?
Es gibt kein einzigen Gitarrenhersteller, der seine Plektren selber macht.
Die Amerikaner holen ihre Picks bei d'Andrea oder Dunlop, schreiben ihren Namen
drauf und verkaufen sie zu (teilweise) recht heftigen Kursen. Die Asiaten machen
dasselbe, nur dass deren Picks meist von Pickboy stammen.
Weshalb also zum Schmiedchen gehen wenn wir auch Zugang zum Schmied
haben?
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Wie bekämpfe ich die Anschlagsgeräusche meines Picks?
Die Anschlaggeräusche sind immer an die Qualität der Picks gekoppelt! Je
besser ein Pick, desto höher auch die Geräusche. Ein Gummipick zum Beispiel hat
keinerlei Geräusche, das Ding klingt aber auch besch...eiden. Von daher ist der
Kampf gegen Anschlaggeräusche wie der Kampf gegen Windmühlenflügel, nämlich
aussichtslos. Es gibt jedoch ein paar Tricks:
- Elektrische Gitarren: Amp lauter und/oder Alnico Lautsprecher im
geschlossenen Gehäuse verwenden.
- Akustische Gitarren: Pick-Stärke etwas dünner wählen. Pick-Spitze mit
möglichst kleinem Winkel verwenden, also spitzige Picks.
Viele Gitarristen drehen den Spieß einfach um und verwenden die verschiedenen
Anschlaggeräusche als musikalisches Ausdrucksmittel und als zusätzliche
Sound-Palette.
Anschlaggeräusche sind ein Teil wichtiger des Gitarrentones und sie zu
bekämpfen hieße, das Kind mit dem Bad auszuschütten. Klar, man kann sie mit
einem weichen Plektrum unterdrücken, aber man filtert die schönsten und
wichtigsten Obertöne mit aus und das ganze klingt wie eine billige
Konzertgitarre mit alten Saiten oder wie ein schlechtes
Hammond-Kopie-Keyboard. Und man verliert zusammen mit dem Anschlag so ungefähr
zwei Drittel seiner Anschlagsenergie und verschenkt damit Volumen, Dynamik,
Ausdruck und vor allem Klangfarbe.
Jedes härtere Pick erzeugt Anschlagsgeräusche, ohne Ausnahme. Der Punkt
ist nur, dass manche Anschlags-"Geräusche" so gut klingen, dass man sie nicht
mehr als Geräusch wahrnimmt, sondern als einen wichtigen Teil des Tones.
Und manche andere klingen so krank, dass einem sich die Zehennägel aufrollen...
Die "schlimmsten" Geräusche entstehen, wenn man die Saite nicht parallel
sondern gewinkelt anschlägt. Das Pick kratzt regelrecht an der Saite entlang,
bevor diese zum normalen Schwingen gebracht wird. Leider hat uns die Industrie
mit ihren Schlabberpicks dazu gebracht, unsere Anschlagstechnik komplett zu
vernachlässigen. Denn egal welcher Anschlag, die Mistdinger klangen sowieso
immer gleich :-(
Üben steht deswegen zuerst mal auf dem Programm. Üben mit dem Ziel, das Pick
nicht falsch zu verwinkeln und vor allem nicht zu tief zwischen die Saiten
einzutauchen. Schon nach ein paar Tagen hört sich die Sache ganz anders an.
Langsam von dünner auf dickere Picks wechseln hilft, genug so wie langsam
von weichere auf härtere Materialien zu wechseln.
Ebonit und Zelluloid eignen sich gut, die Mulm-Entzugserscheinungen zu
minimieren und sich an einen vernünftigen Anschlag zu gewöhnen, denn diese
Materialen verhalten sich recht gutmütig. Experimente sind angesagt; nicht nur
mit Picks und Anschlag, sondern auch mit den Amp-Einstellungen. Ein Amp der bei
jedem Anschlag laut quietscht ist eine Fehlkonstruktion, oder ist zu
leise oder ist zu extrem eingestellt.
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Ich möchte nur 0.88er Plektren
Das mit der Dickenangabe ist Schwachsinn und stammt noch aus der Zeit, als
es nur Schildkrötenpicks gab. Da machte die Angabe auch noch einen Sinn: Je
dicker, desto mehr Rückstellkräfte, fertig, aus. Mittlerweile gibt es die
verschiedensten Pick-Materialien, aber von den Großen der Industrie war noch
keiner in der Lage, sich ein vernünftiges System zu überlegen :-(
Denn
es geht gar nicht so sehr um die Dicke des Plektrums, sondern viel mehr um die
Elastizität. Und 1mm Stahlpick reagiert ganz anders als ein 1mm Gummi-Plektrum!
Die Dicke hilft also nur bei genau dem selben Material. Bei
unterschiedlichen Grundstoffen sagt die Dicke über die Eigenschaften soviel wie
die Farbe.
Ich will Dich nicht frustrieren, aber Probieren ist der
einzig sinnvolle Weg.
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Wieso helfen Filzpicks beim Üben?
Das Filzpick hat zwei Effekte:
1. Da es nur verschwommen und leise den Ton wiedergibt, wirst Du (bzw Dein
Gehirn) unbewusst versuchen, diesen Nachteil durch einen kräftigeren Anschlag
auszugleichen. Hat man es sich erst einmal angewöhnt, spielt man auch mit einem
normalen Plektrum prägnanter und damit schneller.
2. Das das Filzpick auch an der Spitze dick und klobig ist, gewöhnt man sich
die Unsitte ab, zu tief zwischen die Saiten einzutauchen. Das Plektrum würde
zwischen den Saiten hängen bleiben und bremsen. Spielt man "zu tief", ist
Geschwindigkeit unmöglich, denn man muss entweder das Pick zwischen den Saiten
wieder "herausheben" oder man braucht unnötig Kraft (und Zeit) um die Saite
wegzudrücken. Daher gleiten schnelle Gitarristen ganz flach über die Saiten und
schlagen nur mit der äußersten Spitze an.
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Mein Daumenpick ist zu eng!
Mit einem Zelluloid-Daumenpick ist das kein Problem, eher eine
Mutprobe:
Das Ding warm machen, hinbiegen wie man es braucht und dann mit kalten Wasser
abschrecken. Hört sich wie ein Koch-Rezept an. Die vorsichtigen Zeitgenossen
werfen das Daumen-Pick in heißes Wasser und fischen es nach ein paar Minuten
raus, aber oft wird das Pick nicht richtig heiß und lässt sich schwer biegen.
Wir haben früher eine Herdplatte auf der schwachen Stufe heiß gemacht und das
Pick direkt drauf gelegt. Vorsichtig, nur am Rand der Platte, sonst kann man es
wegen der Hitze nicht mehr packen. Nach ein paar Sekunden kann man es biegen wie
Kaugummi. Aaaber: Das Zeug explodiert bei 145° und deswegen kann ich das
natürlich nicht empfehlen...
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Was klingt besser, Ebonit oder Elfenbein?
Das ist eine Geschmacksfrage, jeder hat eine andere Antwort.
Bei den Edel-Picks muss man auch aufpassen: Es geht nicht nur um Klang
sondern auch um die physikalischen Eigenschaften: Wie liegen sie einem in der
Hand? Wie schnell und flüssig kann ich damit spielen? Wie laut ist es? Wie
elastisch?
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