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Pflegemittel: Eigentlich eine Wissenschaft...

...das was wir so landläufig als "putzen" bezeichnen. Denn chemisch gesehen passieren da dutzende verschiedener Sachen.

Das ist für uns Grund genug, eine Untersuchung in Auftrag zu geben, um herauszufinden, was es nun eigentlich mit den einzelnen Mitteln auf sich hat. Schon die erst Gespräche mit Chemikern brachten viel an den Tag: Einiges öffnet einem die Augen, manches Haarsträubende kommt zu Tage, die riesige Kluft zwischen Werbung und Realität wird sichtbar, aber alles ist wissenswert...


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Nehmen die Hersteller auch ihre eigenen Polituren?

Nein, die Hersteller nehmen verschiedene, meist gröbere Polituren, damit es schneller geht und man weniger braucht. Diese sind auf Poliermaschinen abgestimmt. Das Zeug ist nur in der Fabrik sinnvoll, denn wenn man nicht aufpasst, ist der Lack durchpoliert :-(

Die im Handel befindlichen "Polituren" sind feiner und haben alles Mögliche wie Wachse, Öl, Spray-Treibgas, manchmal leider auch Silikon mit drin. Also eigentlich eher eine Pflege-Mischung.

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Sind neue Gitarren schon gewachst? Spürt man das Wachs beim Spielen?

Die Hersteller wachsen natürlich auch die Oberflächen, sonst würde das Instrument im Laden doof aussehen. Spüren tut man den Wachs nicht, zumindest wenn man die Reste wieder sauber wegwischt.

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Soll ich nun Dr. Duck oder das Clayton Sortiment verwenden?

Beides geht und viele Leute nehmen beide Mittel: Dr. Duck ist keine normale (also oberflächen-entfernende) Politur, und von daher auch nichts, was die Clayton-Leute ablehnen. Es ist ein Saitenputzmittel mit Nebeneffekten. Hast Du wenig Zeit, nimm Dr. Duck. Saiten putzen, etwas mit dem Lappen über das Instrument fahren und fertig.

Hast Du eine "gewöhnliche", moderne Gitarre mit einer dicken Lackschicht, aus Poly-Irgendwas, dann ist der Duck auch auf Dauer ganz ok.

Spielst die jedoch eine gute Akustische, oder eine Halbakustische, dann hat sie eine relativ dünne Lackschicht, und dann solltest Du eine gewisse Vorsicht walten lassen, und vielleicht eher mit den Clayton Sachen ran gehen. Hast Du gar ein Vintage Instrument, bei dem der Lack schon recht dünn ist, dann ist Umsicht und Pflege wichtiger als Dreck entfernen um sich drin spiegeln zu können. Eher ein Fall für die Clayton Sachen.

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Clayton Serie: Wir wird was verwendet?

Bei Clayton hast Du zuerst einmal die Politur, Clayton Pro Shine. Sie sollte nur verwendet werden, wenn die Oberfläche uneben und matt geworden ist oder wenn Dreck oder Ablagerungen fest anhaften. Einmal im Vierteljahr genügt meist vollkommen. Die Metall- und Plastik-Teile und das Griffbrett nicht damit bearbeiten. Schadet zwar nichts, nützt dort aber auch nichts...

Dann das Zitrus-Öl, Clayton Pro Lemon. Damit wird geputzt. Nicht zu viel davon verwenden und überschüssiges Öl nach ein paar Minuten mit einem trockenen Lappe wieder entfernen. Damit lassen sich alle Gitarrenteile reinigen. Gleichzeitig wird das unbehandelte Griffbrett vor dem Austrocknen geschützt. Es entfernt auch alte Wachsschichten.

Am Schluss kommt noch das Carnauba Wachs. Es schützt Lack und Griffbrett und verdeckt kleinere Risse. Eine regelrechte Schutzschicht wird gebildet. Sparsam auf Lack und Griffbrett auftragen, gut verteilen und etwas antrocknen lassen. Mit einem frischen Lappen alle gewachsten Bereiche auf Hochglanz polieren.

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Ich hörte dass Carnauba Wachs die "Sollbruchstellen" meiner Strat schützt.

Ja, das ist richtig. Bei allen Instrumenten gibt es unlackierte Stellen, und dort kann es Probleme geben. Das Wachs sollte vor allem in Stahlstab-Abdeckungen, Hals-Schrauben- und andere (von/für Gewinden gemachte) Löcher, Hals-Taschen, Innenräume; eben überall wo kein Lack oder Oberflächenversiegelung da ist. Denn dort kommt feuchte Luft ran und die Sache schwillt an und verzieht sich....

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Kann ich Eure Mittelchen auch auf Nitrolack verwenden?

Selbstverständlich. Wir haben nur Pflegemittel, die auch auf Nitro- und dem noch empfindlicheren Schell-Lack benutzt werden können. Wie bei allem im Leben gilt auch hier: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

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Ich putze zwar mit Zahnpasta, aber nach einer Woche ist der Rost wieder da. Gibt es was? Gundel?

Ein ungelöstes Problem: Rost bekämpft man mit Rostschutzmittel, aber die sind alle viel zu grob für die Gitarre und würden Lack und andere Sachen angreifen. Irgendwann wir da sicher jemand etwas erfinden, aber frag' mich nicht wann....

Zahnpasta: Entfernt nur etwas Metall bzw. etwas Rost. Sonst passiert nichts. Nicht empfehlenswert. Du hast vergoldete Teile. Es ist oft so, dass Feuchtigkeit "unter" das Gold gekommen ist (ein unheilbares Krebsleiden sozusagen) und da hilft nur noch eine Radikal-Kur: Ersetzen.

Gut, malen wir mal den Teufel nicht an die Wand: Gundel geht schon, jedenfalls wenn man nicht mit ganzer Kraft minutenlang poliert! Eine andere Möglichkeit ist Dr. Ducks. Eigentlich für Saiten, bremst es auch die verschiedenen Oxidationen an den Metallteilen. Konserviert auch recht gut.

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Ich habe eine superteuere X-Western mit Y-Lack und Z-Holz. Wie kann ich sie pflegen?

Ganz normal. Moderne Instrumente sind absolut problemlos, was die Pflege angeht. Keine Angst, es passiert wirklich nix. 

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Ich habe eine 1953er XYZ. Kostet ein Vermögen. Wie soll ich sie putzen?

Ganz normal. Ältere Instrumente wurden schon hundert Mal mit allem möglichen Zeug misshandelt. Es passiert auch dieses Mal wirklich nix und wenn noch Lack drauf ist, wird er auch drauf bleiben. Unsere Mittel werden sogar in Museen verwendet.

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Muss ich von der Clayton-Serie alles verwenden?

Nein, ist nicht nötig. Alles von Clayton funktioniert auch einzeln. Pro Shine würde ich nur verwenden, wenn Kratzer(-chen) in Lack wären, ansonsten reicht das Lemmon Öl um das Instrument zu pflegen. Der Wachs hat nicht viel mit dem optischen Ergebnis zu tun, jedoch schützt er die Oberfläche und ist daher (in Maßen verwendet und Reste nach dem Trocknen wegpoliert) nie verkehrt.

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Ich brauche Pflegemittel für meine Gitarre. Das Problem ist, das sie nicht hochglanz lackiert sondern seidenmatt ist!

Matte oder glänzende Lacke machen keinen Unterschied. Mit Öl kannst Du putzen (und das Griffbrett imprägnieren), mit Politur Kratzerchen entfernen (falls nötig) und abschließend mit Wachs die Oberfläche schützen. Alle ganz normal. Übrige Politur, Öl das nicht einzieht usw mit einem sauberen Lappen wieder entfernen. Das Instrument wird zwar nach dem Putzen ein kein wenig mehr glänzen, aber das vergeht wieder.

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Sind Pflegemittel für die E-Gitarre überhaupt sinnvoll? Was müsste ich für meine Gibson Les Paul am besten nehmen?

Du musst erstmal putzen, sonst fällt das Ding irgendwann auseinander. Ist wie bei einem Auto oder einem Holzhaus. Dazu nimmst Du bei Deiner Paula am Besten Lemon Öl von Clayton. Wenn Du Kratzer hast, dann kannst Du sie mit einer Politur entfernen. Mein Tipp wäre Clayton Pro Shine. Ist nix zerkratzt, braucht man auch nicht polieren, denn die Politur nimmt etwas vom Lack weg.... Und schützen tut man das Instrument anschließend mit Wachs. Z.B. Carnauba von Clayton. Bei Wachs und Öl gibt: Auftragen, verreiben, antrocknen lassen und dann die Reste mit einem sauberen Tuch entfernen.

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Nach dem Ölen stinkt meine Gitarre tagelang...

Stinken tut jedes Öl etwas. Du musst das Zeug nach einer gewissen Einwirkzeit wieder wegwischen! Sonst hast Du den Effekt eine Salatschüssel, die einige Tage nicht gespült worden ist ;-)

Also: Mit wenig Öl reinigen und ein paar Minuten einziehen lassen. Was nicht einzieht wieder sauber wegwischen. Lappen: Es geht nicht drum, einen möglichst weichen Lappen zu haben, sondern darum, die keinen Sachen aus dem Stoff rauszubekommen, die sonst Deine Gitarre zerkratzen! Wenn es weich sein soll, nach dem Waschen in den Trockner. Aber nach einer Minute Polieren ist das so oder so wieder weich genug... Wichtig bei der Putzerei ist vor allem, daß nach dem Putzen eine Schutzschicht aufgebaut wird. Ein klein wenig Carnauba Wachs ist das Beste dafür. Auch wieder das, was nicht einzieht, weg reiben und nach dem Trocknen zum Glänzen bringen. 

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Was ist das beste für schmutzige Metallteile?

Wenn die Metallteile stark verschmutzt sind mit vorsichtig mit Gundelputz ansonsten (zusammen mit den Saiten) mit Dr. Duck.

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Mein brandneuer Putzlappen macht Kratzer!

In einer Weberei sind immer jede Menge Staub, Teilchen und ähnliche Verschmutzungen und der Luft. Und dieses Zeug wird in die Baumwolle mit hineingewoben!

Deswegen: Immer wieder die Lappen in die Waschmaschine! Speziell vor der ersten Benutzung!

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Wie mache ich die Bundstäbe nach dem Einölen wieder sauber? Oder kann das Öl da dran bleiben?

Die Öl-Reste sollten (von ganzen Griffbrett und den Bundstäbchen) nachdem es gut eingezogen ist wieder entfernt werden. Sonst wird es harzig, klebrig und stinkt :-( 

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Wenn ich das Griffbrett pflege, muß ich die Saiten vorher abnehmen?

Zum einen macht das Wachs den Saiten überhaupt nichts, im Gegenteil, es schützt sie. Zum anderen es es aber so, dass das Wachs zwischen die Umspinnung der dicken Saiten gerät und von dort nicht mehr entfernt werden kann. Und das beeinträchtigt den Ton, denn die Saite ist jetzt etwas schwerer und schwingt anders.  

Daher werden die Griffbretter beim Saitenwechsel gepflegt, denn dann sind die Saiten sowieso runter. Wenn das je nicht möglich wäre ist es das beste, die Saiten wenigstens zu lockern.  

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